GPT‑5 ist da

(Screenshot: Marcus Schwarze/OpenAI, KI-generiert)
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OpenAI hat GPT-5 veröffentlicht, die vermutlich fortschrittlichste Künstliche Intelligenz auf dem Planeten. OpenAI-Chef Sam Altman zeigte ungewöhnlicherweise zum Start das Bild des Todessterns aus dem Star-Wars-Universum – als Symbol für Macht und potenzielle Zerstörungskraft.

Der Todes­stern reprä­sen­tiert in Fil­men der Star-Wars-Rei­he auto­ri­tä­re Kon­trol­le und tota­li­tä­re Macht. Er ver­kör­pert eine dunk­le Kraft, die ver­nich­tet, aber letzt­lich durch die „gute“ Sei­te besiegt wird. So geschieht es zwei Mal in den Sci­ence-Fic­tion-Fil­men. „Beim Tes­ten von GPT‑5 hat­te ich Angst. Ich schau­te es mir an und dach­te: Was haben wir da getan? Es ist wie das Man­hat­tan-Pro­jekt“, sag­te Alt­man in einem Pod­cast. Er spiel­te damit auf das streng gehei­me US-For­schungs­pro­gramm wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs zur Ent­wick­lung der ers­ten Atom­bom­be an. Die Ent­wick­ler des Man­hat­tan-Pro­jekts waren spä­ter erschüt­tert von dem, was ihre Tech­no­lo­gie ange­rich­tet hat­te. Alt­man signa­li­siert damit, unge­wöhn­lich für einen Unter­neh­mer einer neu­en KI, ein ähn­li­ches Unbe­ha­gen: eine Tech­no­lo­gie, die womög­lich über das hin­aus­geht, was kon­trol­lier­bar ist. Es gebe nie­man­den, der hier wirk­lich die Ver­ant­wor­tung über­nimmt: „The­re are no adults in the room.“

Unab­hän­gig von solch einem gewiss auch dra­ma­ti­sie­ren­den Wer­be-Stunt: GPT‑5 ist das fort­schritt­lichs­te Modell von Ope­nAI und bie­tet laut Ankün­di­gung erheb­li­che Ver­bes­se­run­gen in Bezug auf Argu­men­ta­ti­on, Code­qua­li­tät und Benut­zer­er­fah­rung. Es bewäl­tigt kom­ple­xe Pro­gram­mier­auf­ga­ben mit mini­ma­len Auf­for­de­run­gen, lie­fert kla­re Erklä­run­gen und führt ver­bes­ser­te Agen­ten­funk­tio­nen ein, was es zu einem leis­tungs­star­ken Pro­gram­mier­part­ner und intel­li­gen­ten Assis­ten­ten für alle Benut­zer macht. Die KI steht dabei als ein­heit­li­ches inte­grier­tes Modell bereit, ohne dass man eine der Modell­va­ri­an­ten aus­wäh­len muss.

Wie ein ers­ter Tes­ter schrieb (ich habe es selbst zur­zeit noch nicht getes­tet, das folgt aus­ge­ruht für die nächs­te F.A.Z.-PRO-Digitalwirtschaft), sol­len beson­ders die Pro­gram­mier­fä­hig­kei­ten her­aus­ra­gen: Die KI befolgt „autis­tisch“ die Anwei­sun­gen und ruft inter­ne Werk­zeu­ge ab. Ein ein­zi­ger Auf­ruf hat bei die­sem Test bis zu elf Datei­be­ar­bei­tun­gen bewirkt. Für Auf­ga­ben mit vie­len Schrit­ten bleibt die KI „auf Kurs“ und erle­digt alles selbst­stän­dig. Die KI habe Code geschrie­ben, „der ein­fach funk­tio­niert“. Wenn sich das bewahr­hei­tet, kon­kur­riert GPT‑5 direkt mit Start­ups wie Lova­ble, die KI-basier­te Pro­gram­mie­rung zu neu­en Fer­tig­kei­ten ent­wi­ckelt haben.

(Screenshot: OpenAI)
(Screen­shot: OpenAI)

Dazu kom­men Fähig­kei­ten für gesund­heits­be­zo­ge­ne Fra­gen. „Es erkennt pro­ak­tiv poten­zi­el­le Pro­ble­me, stellt Rück­fra­gen und hilft dabei, Ergeb­nis­se zu ver­ste­hen“, kün­dig­te das Unter­neh­men an. Wich­tig sei aber, dass ChatGPT kei­ne medi­zi­ni­sche Fach­kraft ersetzt.

GPT‑5 steht der Mit­tei­lung zufol­ge in einer ein­ge­schränk­ten Fas­sung bereits kos­ten­los bei ChatGPT zur Ver­fü­gung. Nut­zer des Tarifs Plus für 20 Dol­lar im Monat erhal­ten erwei­ter­tes Reaso­ning („Nach­den­ken“). „Plus“-Nutzer bekom­men für 200 Dol­lar im Monat Zugang zum vol­len Modell mit maxi­ma­lem KI-Gehirn­schmalz und ohne Begrenzungen.

Voreingestellte Persönlichkeiten

In den nächs­ten Tagen will Open AI zudem neue Funk­tio­nen frei­schal­ten, etwa zur Mar­kie­rung von Chats in ver­schie­de­nen Far­ben. Außer­dem führt das Unter­neh­men vor­ein­ge­stell­te Per­sön­lich­kei­ten ein, die unter­schied­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sti­le fest­le­gen. Prä­gnant und pro­fes­sio­nell, nach­denk­lich und unter­stüt­zend oder sar­kas­tisch sol­len dann aus­wähl­bar wer­den. So holt man sich wahl­wei­se einen Zyni­ker, Robo­ter, Zuhö­rer oder Nerd auf den Bildschirm.

Wahl­wei­se las­sen sich dem­nächst von der zah­len­den Kund­schaft das Gmail-Post­fach, der Goog­le-Kalen­der und Goog­le-Kon­tak­te ver­bin­den. ChatGPT erkennt der Mit­tei­lung zufol­ge, wann Mails und Kalen­der­da­ten rele­vant sein könn­ten und ruft ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen ab.