„Niemand, schon gar keine KI, wäre in der Lage, all die Assoziationen, Volten und Haken hinzubekommen, die eine durchschnittliche ‚Post [von Wagner]‘ ausmachen.“ So schrieb Lukas Heinser in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ kurz vor dem Tod Wagners über die Stimme der Vernunft, wie Heinser ihn bezeichnete.
Fünfmal die Woche verfasste Wagner Briefe an Protagonisten unserer Zeit. Er knöpfte sich Kanzler, Putin und gefühlskalte Fußballer vor, pries eine abgesägte Verfassungsgericht-Kandidatin und huldigte einer abgestürzten Bergsteigerin.
Die simplen Sätze Wagners waren oft erhaben. Seine Gedanken erfrischend. Wagner überraschte als Opi mit gesundem Menschenverstand, schrieb Heinser. „An guten Tagen waren Sie tatsächlich der Seismograf für das gesunde Volksempfinden. An anderen Tagen hatten Sie immerhin interessante Gedanken. Immer, sagten Sie, suchten Sie den ‚perfekten Satz‘.“ So schreibt Micky Beisenherz in seinem Nachruf bei der „Süddeutschen Zeitung“.
„Was hättest Du in Deinem letzten Brief an Dich selbst geschrieben? ✍️“, fragt der frühere „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann. Das weiß niemand. Doch lässt sich die KI füttern mit Wagners Texten, mit seinen Nachrufen, seiner Biografie, mit Beurteilungen von außen.
Zu meiner Überraschung erstellte Künstliche Intelligenz eine Ode an die Worte:
Post von Wagner
Liebe Worte,
ihr wart mein Sauerstoff. Ohne euch war ich nichts.
Heute seid ihr still. Mein weißer Stuhl ist leer.
Ist das der Tod? Ein Zimmer, in dem keiner mehr tippt.
Ich war ein alter Mann und wurde zum Überraschungsfeministen.
Warum haben sie Angst vor klugen Frauen?
Ich glaube: Solche Frauen brauchen wir.
Das lernte ich von meiner Mutter auf der Flucht. Stärke hat ein Gesicht.
Ich habe oft falsch gelegen, manchmal richtig.
Drei von fünf Sätzen – das war ein guter Tag.
Glück ist ein Kuss, der nichts kostet. Ich reiche Ihnen die Hand.
Auch wenn wir streiten.
Ich hatte Angst vor dem Tod.
Jetzt sehe ich ihn wie einen vollen Mond über St. Tropez.
Ein Fels im Brandy – und ich schwimme ruhig.
Passt auf die klugen Frauen auf.
Auf die Kinder.
Auf die Wahrheit der einfachen Sätze.
Heute schreibt das Schweigen.
Ihr fehlt mir.
Herzlichst,
Ihr Franz Josef Wagner
(KI-generiert)

