Die besten Prompts für die Familienfeier

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Künstliche Intelligenz (KI) kann im Alltag helfen, nicht nur im Beruf. Für die Familienfeier umschifft man mit den richtigen Prompts heikle Themen oder erzeugt Spannung vor der Bescherung.

Die KI kennt in ihrem Welt­wis­sen aller­lei Dra­men, Spie­le, Dreh­bü­cher aus Fil­men, Rezep­te. Die kann man sich zur anste­hen­den Fami­li­en­fei­er zunut­ze machen. Für Gast­ge­ber, Fami­li­en-CEOs und Frie­dens­wah­rer lässt sich so der Stress redu­zie­ren, logis­ti­sche Prä­zi­si­on pla­nen und hof­fent­lich Har­mo­nie erzeu­gen. Die Maschi­ne lie­fert all­tags­taug­li­che Bera­tung, wenn man sie mit den rich­ti­gen Prompts befragt.

Um 19 Uhr gibt’s Essen

Zeit­plan fürs Hei­lig­abend-Menü: Die KI hat errech­net, dass es um 16.30 Uhr mit der Zube­rei­tung fürs 19-Uhr-Essen los­ge­hen soll­te. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

Koch­plan erstel­len: „Ich ser­vie­re an Hei­lig­abend um 19 Uhr fol­gen­des Menü: Kar­tof­fel­gra­tin, Gar­zeit 50 Minu­ten, Schwei­ne­me­dail­lons, Gar­zeit 15 Minu­ten im Ofen, und als Bei­la­ge fri­scher Feld­sa­lat. Erstel­le mir einen rück­wärts gerech­ne­ten Zeit­plan. Begin­ne beim Ser­vier­zeit­punkt. Sage mir genau, wann ich was schnei­den, vor­hei­zen, in den Ofen schie­ben oder ruhen las­sen muss, damit alles gleich­zei­tig heiß auf den Tisch kommt. Pla­ne 15 Minu­ten Puf­fer ein.“

Gemi­ni erstellt draus einen gene­ral­stabs­mä­ßi­gen Koch­plan. Los geht es um 16.30 Uhr damit, Kar­tof­feln zu schä­len und in dün­ne Schei­ben zu schnei­den, Knob­lauch zu hacken und den Salat zu waschen. Ab 17.25 Uhr soll der Ofen vor­ge­heizt wer­den, ab 17.40 Uhr das Gra­tis auf die mitt­le­re Schie­ne gescho­ben wer­den. Ab 18.25 Uhr wird das Fleisch vor­be­rei­tet, um 18.30 Uhr das Gra­tin aus dem Ofen genom­men und mit dem Fleisch getauscht. Gegen 18.50 fina­li­siert man den Salat, um 19 Uhr gibt es Essen. Wer will, ergänzt im Prompt die Namen der Fami­li­en­mit­glie­der und bit­tet die Maschi­ne, die Auf­ga­ben auf­zu­tei­len, samt Küche put­zen und Abwasch. Ein Vor­teil des KI-gene­rier­ten Küchen­plans: Er liegt ein­fach vor, schafft Tat­sa­chen und muss nicht müh­sam dis­ku­tiert werden.

Diplomatie und Grenzziehung

Heik­le The­men umschif­fen: „Beim Fami­li­en­es­sen könn­te das The­ma AfD auf­kom­men, beson­ders durch Onkel Wer­ner. Er argu­men­tiert ger­ne, dass man die AfD wäh­len müs­se, um es „denen da oben mal rich­tig zu zei­gen“, weil die eta­blier­ten Par­tei­en ver­sagt hät­ten (The­ma Migra­ti­on, Hei­zungs­ge­setz und Gen­dern). Gib mir drei ele­gan­te Sät­ze, um das The­ma zu wech­seln, ohne unhöf­lich zu wir­ken. Schla­ge danach drei ‚siche­re’ Gesprächs­the­men vor, die sowohl die 16-jäh­ri­ge Nich­te als auch die 80-jäh­ri­ge Groß­mutter inter­es­sie­ren könnten.“

Gemi­ni emp­fiehlt zur Ent­schär­fung, Diplo­ma­tie gepaart mit kla­rer Grenz­zie­hung ein­zu­set­zen. Die KI schlägt einen Appell an die Gemüt­lich­keit vor: „Wer­ner, ich mer­ke, wie sehr dich das ärgert, und im All­tag ist das alles ja auch belas­tend. Aber lass uns doch heu­te Abend mal eine bewuss­te poli­tik­freie Zone aus­ru­fen und die Zeit nut­zen, um zu hören, wie es uns eigent­lich geht – ganz ohne Nach­rich­ten.“ Für den Wech­sel des Gesprächs­the­mas schlägt die KI unter ande­rem vor, die Oma zu befra­gen, wel­che Mode sie mit 16 trug trug, die ihre Eltern schreck­lich fan­den, und die Nich­te, was gera­de Trend ist und die Alten nicht ver­ste­hen. Die Nich­te fühlt sich als Die Nich­te fühlt sich als Exper­tin für das „Jetzt“ ernst genom­men, und die Groß­mutter kann oft über­ra­schend wil­de Geschich­ten aus ihrer Jugend erzählen.

Schnell umsetzbare Geschenkidee

Gemi­ni hat die Kurz­ge­schich­te und ein Bild für eine Wein­rol­le ent­wor­fen. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

Geschenk in letz­ter Minu­te: „Ich brau­che noch ein Geschenk für den Schwie­ger­va­ter. Er ist prag­ma­tisch, mag Wein, hasst Staub­fän­ger, liebt Geschich­te. Das Bud­get liegt bei 50 Euro. Nen­ne mir 5 kon­kre­te Ideen, die ich ent­we­der digi­tal sofort besor­gen kann oder die in einem gut sor­tier­ten Geschäft noch ver­füg­bar sind. Bit­te kei­ne gene­ri­schen Gutscheine.“

Gemi­ni ent­wirft eine Grund­re­gel: Ver­brauch statt Besitz oder Wis­sen und Erleb­nis statt Deko­ra­ti­on. Unter den fünf Vor­schlä­gen ist ein „his­to­ri­scher“ Wein von einem der ältes­ten Wein­gü­ter, die KI nennt Klos­ter Eber­bach im Rhein­gau. Als Clou schlägt Gemi­ni vor, kurz die Geschich­te des Wein­guts über die Zis­ter­zi­en­ser­mön­che auf einem schö­nen Papier aus­zu­dru­cken und es als Schrift­rol­le um den Fla­schen­hals zu hän­gen. „War­um es passt: Es ist Wein (mag er), hat Geschich­te (liebt er) und wird getrun­ken (kein Staub­fän­ger)“, argu­men­tiert die Maschine.

Mit dem rich­ti­gen Prompt stellt Gemi­ni die Wein­rol­le frei, illus­triert sie und lie­fert eine druck­ba­re Datei. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

Die Geschich­te des Klos­ters kann Gemi­ni gleich dazu erstel­len: „Mach mir eine kur­ze Geschich­te über das Wein­gut Klos­ter Eber­bach und die Zis­ter­zi­en­ser­mön­che für einen Aus­druck auf einem schö­nen Papier, um es als Schrift­rol­le um den Fla­schen­hals zu hän­gen.“ Bei dem Ergeb­nis zeigt Gemi­ni eine Funk­ti­on „Ant­wort über­prü­fen“, mit der sie eigen­stän­dig nach Kern­aus­sa­gen im Text goo­gelt. Schwenkt man dann im Chat zu „Bild erstel­len“, kann man mit dem Prompt „Mach das als Illus­tra­ti­on“ ein Bild über die Geschich­te des Wein­guts erzeu­gen. Übli­cher­wei­se erzeugt Gemi­ni Bil­der im Quer­for­mat, in die­sem Bei­spiel als Sze­ne mit einem umge­ben­den Wein­kel­ler. Wer nur das Doku­ment haben möch­te, kann nach­schär­fen: „Gib mir nur das Doku­ment in der Mit­te, ohne die Sze­ne drum­her­um, im Hoch­for­mat zum Aus­dru­cken auf A4.“ Voi­là, fer­tig ist eine druck­ba­re Fas­sung von „Ora et Labo­ra – das Erbe von Eberbach“.

Spiel für die Zeit bis zur Bescherung

Rate­spiel für die Fami­li­en­fei­er: Wel­ches Sprich­wort steckt in die­sen Emo­jis? (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

Gene­ra­tio­nen­quiz erfin­den: „Erstel­le ein Kon­zept für ein 30-minü­ti­ges Fami­li­en­quiz, das glei­cher­ma­ßen für die Groß­el­tern (Boo­mer) und die Enkel (Gen Z/Alpha) fair ist. Gib mir 3 Kate­go­rien (zum Bei­spiel ‚Tech­nik von damals vs. heu­te‘, ‚Musik-Hits‘, ‚Fami­li­en-Mythen‘) und für jede Kate­go­rie drei Bei­spiel­fra­gen, die gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­des Wis­sen erfor­dern oder Team­ar­beit fördern.“

Gemi­ni erfin­det ein 30-minü­ti­ges Fami­li­en­quiz, bei dem die Groß­el­tern gegen die Enkel spie­len. Die Enkel müs­sen das „Speichern“-Symbol in Word erklä­ren (eine 3,5‑Zoll-Diskette, wie­viel Spei­cher sie hat­te und mehr), die Groß­el­tern sol­len den Begriff „Cloud“ erklä­ren. Ande­re Fra­gen aus dem KI-Vor­schlag dre­hen sich um Begrif­fe wie „Band­sa­lat“, „Crin­ge“ und „Ghos­ting“. Im Team­du­ell zeigt der Mode­ra­tor alte Sprich­wör­ter („Reden ist Sil­ber, Schwei­gen ist Gold“), die nur als Emo­jis dar­ge­stellt wer­den und von den Spie­lern über­setzt wer­den müs­sen. Im drit­ten Teil spielt man auf dem Han­dy aus­ge­wähl­te Songs nur kurz an, die einer­seits auf Tik­Tok viral gegan­gen sind und ande­rer­seits der älte­ren Gene­ra­ti­on bekannt sind – wie zum Bei­spiel „Run­ning up that Hill“ von Kate Bush aus den acht­zi­ger Jah­ren, das kürz­lich durch die Serie „Stran­ger Things“ einen neu­en Höhen­flug erleb­te. Die Gemi­ni-App auf dem Han­dy kann für alle Quiz­fra­gen neue Bei­spie­le fin­den. Wer ver­mei­den möch­te, lan­ge auf dem Han­dy her­um­zu­tip­pen, kann die KI per gespro­che­ner Spra­che ansprechen.

Die Kinder beschäftigen, ohne Bildschirm

Kin­der-Manage­ment: „Bis zur Besche­rung sind es noch zwei Stun­den, die Kin­der (Alter 6 bis 10 Jah­re) wer­den unru­hig, und die Erwach­se­nen wol­len sich unter­hal­ten. Schla­ge drei Spie­le oder Akti­vi­tä­ten vor, die die Kin­der beschäf­ti­gen, aber kei­ne Vor­be­rei­tung und kei­ne Bild­schir­me (Tablets/Handys) erfor­dern. Nut­ze nur Din­ge, die an Weih­nach­ten ohne­hin her­um­lie­gen (Geschenk­pa­pier-Res­te, Nüs­se, Kar­tons, Stifte).“

Gemi­ni schlägt ein Nuss-Boc­cia vor: Jedes Kind bekommt eine Hand­voll Wal­nüs­se. Auf­ga­be ist, sie mög­lichst nah an eine klei­ne Hasel­nuss zu rol­len. In einem ande­ren Spiel bekommt der Nach­wuchs die Auf­ga­be, aus Res­ten von Geschenk­pa­pier, lee­ren Kar­tons, Kle­be­band und Geschenk­band die ver­rück­tes­ten Hüte für Weih­nach­s­wich­tel zu desi­gnen, Kra­wat­ten, Arm­bän­der und Kos­tü­me. Sie bekom­men dafür 45 Minu­ten Zeit im Kin­der­zim­mer und sol­len die Krea­tio­nen danach den Erwach­se­nen auf einem Lauf­steg im Wohn­zim­mer vorführen.

Nicht erreichbar sein

Abwe­sen­heits­no­tiz: „Ent­wirf eine Abwe­sen­heits­no­tiz für mei­ne geschäft­li­che E‑Mail (Zeit­raum 24. Dezem­ber bis 2. Janu­ar). Der Ton soll pro­fes­sio­nell und sou­ve­rän sein, aber mit einem char­man­ten, win­ter­li­chen Twist, der im Gedächt­nis bleibt. Signa­li­sie­re klar, dass ich nicht erreich­bar bin und E‑Mails nicht wei­ter­ge­lei­tet wer­den, ohne dabei abwei­send zu klingen.“

Gemi­ni schlägt drei Optio­nen vor, dar­un­ter eine Betreff­zei­le „Win­ter­ru­he & Fri­scher Wind für 2025 ❄️“, am Ende mit einem Emo­ji für eine Schnee­flo­cke. Solch ein Emo­ji sei inzwi­schen auch im Busi­ness-Kon­text akzep­tiert, solan­ge es spar­sam ein­ge­setzt wird. Im freund­li­chen Ton erklärt die Abwe­sen­heits­no­tiz, dass man für ein paar Tage den Bild­schirm gegen Win­ter­luft und Fest­tags­ru­he aus­tauscht. Ver­bind­lich­keit erzeugt die Nach­richt den­noch: „Ich nut­ze die­se Zeit, um abzu­schal­ten und neue Ener­gie zu tan­ken, damit wir im neu­en Jahr wie­der gemein­sam Pro­jek­te vor­an­brin­gen können.“