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  • Die besten Prompts für die Familienfeier

    Die besten Prompts für die Familienfeier

    Die KI kennt in ihrem Welt­wis­sen aller­lei Dra­men, Spie­le, Dreh­bü­cher aus Fil­men, Rezep­te. Die kann man sich zur anste­hen­den Fami­li­en­fei­er zunut­ze machen. Für Gast­ge­ber, Fami­li­en-CEOs und Frie­dens­wah­rer lässt sich so der Stress redu­zie­ren, logis­ti­sche Prä­zi­si­on pla­nen und hof­fent­lich Har­mo­nie erzeu­gen. Die Maschi­ne lie­fert all­tags­taug­li­che Bera­tung, wenn man sie mit den rich­ti­gen Prompts befragt.

    Um 19 Uhr gibt’s Essen

    Zeit­plan fürs Hei­lig­abend-Menü: Die KI hat errech­net, dass es um 16.30 Uhr mit der Zube­rei­tung fürs 19-Uhr-Essen los­ge­hen soll­te. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

    Koch­plan erstel­len: „Ich ser­vie­re an Hei­lig­abend um 19 Uhr fol­gen­des Menü: Kar­tof­fel­gra­tin, Gar­zeit 50 Minu­ten, Schwei­ne­me­dail­lons, Gar­zeit 15 Minu­ten im Ofen, und als Bei­la­ge fri­scher Feld­sa­lat. Erstel­le mir einen rück­wärts gerech­ne­ten Zeit­plan. Begin­ne beim Ser­vier­zeit­punkt. Sage mir genau, wann ich was schnei­den, vor­hei­zen, in den Ofen schie­ben oder ruhen las­sen muss, damit alles gleich­zei­tig heiß auf den Tisch kommt. Pla­ne 15 Minu­ten Puf­fer ein.“

    Gemi­ni erstellt draus einen gene­ral­stabs­mä­ßi­gen Koch­plan. Los geht es um 16.30 Uhr damit, Kar­tof­feln zu schä­len und in dün­ne Schei­ben zu schnei­den, Knob­lauch zu hacken und den Salat zu waschen. Ab 17.25 Uhr soll der Ofen vor­ge­heizt wer­den, ab 17.40 Uhr das Gra­tis auf die mitt­le­re Schie­ne gescho­ben wer­den. Ab 18.25 Uhr wird das Fleisch vor­be­rei­tet, um 18.30 Uhr das Gra­tin aus dem Ofen genom­men und mit dem Fleisch getauscht. Gegen 18.50 fina­li­siert man den Salat, um 19 Uhr gibt es Essen. Wer will, ergänzt im Prompt die Namen der Fami­li­en­mit­glie­der und bit­tet die Maschi­ne, die Auf­ga­ben auf­zu­tei­len, samt Küche put­zen und Abwasch. Ein Vor­teil des KI-gene­rier­ten Küchen­plans: Er liegt ein­fach vor, schafft Tat­sa­chen und muss nicht müh­sam dis­ku­tiert werden.

    Diplomatie und Grenzziehung

    Heik­le The­men umschif­fen: „Beim Fami­li­en­es­sen könn­te das The­ma AfD auf­kom­men, beson­ders durch Onkel Wer­ner. Er argu­men­tiert ger­ne, dass man die AfD wäh­len müs­se, um es „denen da oben mal rich­tig zu zei­gen“, weil die eta­blier­ten Par­tei­en ver­sagt hät­ten (The­ma Migra­ti­on, Hei­zungs­ge­setz und Gen­dern). Gib mir drei ele­gan­te Sät­ze, um das The­ma zu wech­seln, ohne unhöf­lich zu wir­ken. Schla­ge danach drei ‚siche­re’ Gesprächs­the­men vor, die sowohl die 16-jäh­ri­ge Nich­te als auch die 80-jäh­ri­ge Groß­mutter inter­es­sie­ren könnten.“

    Gemi­ni emp­fiehlt zur Ent­schär­fung, Diplo­ma­tie gepaart mit kla­rer Grenz­zie­hung ein­zu­set­zen. Die KI schlägt einen Appell an die Gemüt­lich­keit vor: „Wer­ner, ich mer­ke, wie sehr dich das ärgert, und im All­tag ist das alles ja auch belas­tend. Aber lass uns doch heu­te Abend mal eine bewuss­te poli­tik­freie Zone aus­ru­fen und die Zeit nut­zen, um zu hören, wie es uns eigent­lich geht – ganz ohne Nach­rich­ten.“ Für den Wech­sel des Gesprächs­the­mas schlägt die KI unter ande­rem vor, die Oma zu befra­gen, wel­che Mode sie mit 16 trug trug, die ihre Eltern schreck­lich fan­den, und die Nich­te, was gera­de Trend ist und die Alten nicht ver­ste­hen. Die Nich­te fühlt sich als Die Nich­te fühlt sich als Exper­tin für das „Jetzt“ ernst genom­men, und die Groß­mutter kann oft über­ra­schend wil­de Geschich­ten aus ihrer Jugend erzählen.

    Schnell umsetzbare Geschenkidee

    Gemi­ni hat die Kurz­ge­schich­te und ein Bild für eine Wein­rol­le ent­wor­fen. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

    Geschenk in letz­ter Minu­te: „Ich brau­che noch ein Geschenk für den Schwie­ger­va­ter. Er ist prag­ma­tisch, mag Wein, hasst Staub­fän­ger, liebt Geschich­te. Das Bud­get liegt bei 50 Euro. Nen­ne mir 5 kon­kre­te Ideen, die ich ent­we­der digi­tal sofort besor­gen kann oder die in einem gut sor­tier­ten Geschäft noch ver­füg­bar sind. Bit­te kei­ne gene­ri­schen Gutscheine.“

    Gemi­ni ent­wirft eine Grund­re­gel: Ver­brauch statt Besitz oder Wis­sen und Erleb­nis statt Deko­ra­ti­on. Unter den fünf Vor­schlä­gen ist ein „his­to­ri­scher“ Wein von einem der ältes­ten Wein­gü­ter, die KI nennt Klos­ter Eber­bach im Rhein­gau. Als Clou schlägt Gemi­ni vor, kurz die Geschich­te des Wein­guts über die Zis­ter­zi­en­ser­mön­che auf einem schö­nen Papier aus­zu­dru­cken und es als Schrift­rol­le um den Fla­schen­hals zu hän­gen. „War­um es passt: Es ist Wein (mag er), hat Geschich­te (liebt er) und wird getrun­ken (kein Staub­fän­ger)“, argu­men­tiert die Maschine.

    Mit dem rich­ti­gen Prompt stellt Gemi­ni die Wein­rol­le frei, illus­triert sie und lie­fert eine druck­ba­re Datei. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

    Die Geschich­te des Klos­ters kann Gemi­ni gleich dazu erstel­len: „Mach mir eine kur­ze Geschich­te über das Wein­gut Klos­ter Eber­bach und die Zis­ter­zi­en­ser­mön­che für einen Aus­druck auf einem schö­nen Papier, um es als Schrift­rol­le um den Fla­schen­hals zu hän­gen.“ Bei dem Ergeb­nis zeigt Gemi­ni eine Funk­ti­on „Ant­wort über­prü­fen“, mit der sie eigen­stän­dig nach Kern­aus­sa­gen im Text goo­gelt. Schwenkt man dann im Chat zu „Bild erstel­len“, kann man mit dem Prompt „Mach das als Illus­tra­ti­on“ ein Bild über die Geschich­te des Wein­guts erzeu­gen. Übli­cher­wei­se erzeugt Gemi­ni Bil­der im Quer­for­mat, in die­sem Bei­spiel als Sze­ne mit einem umge­ben­den Wein­kel­ler. Wer nur das Doku­ment haben möch­te, kann nach­schär­fen: „Gib mir nur das Doku­ment in der Mit­te, ohne die Sze­ne drum­her­um, im Hoch­for­mat zum Aus­dru­cken auf A4.“ Voi­là, fer­tig ist eine druck­ba­re Fas­sung von „Ora et Labo­ra – das Erbe von Eberbach“.

    Spiel für die Zeit bis zur Bescherung

    Rate­spiel für die Fami­li­en­fei­er: Wel­ches Sprich­wort steckt in die­sen Emo­jis? (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Gemini, KI-generiert)

    Gene­ra­tio­nen­quiz erfin­den: „Erstel­le ein Kon­zept für ein 30-minü­ti­ges Fami­li­en­quiz, das glei­cher­ma­ßen für die Groß­el­tern (Boo­mer) und die Enkel (Gen Z/Alpha) fair ist. Gib mir 3 Kate­go­rien (zum Bei­spiel ‚Tech­nik von damals vs. heu­te‘, ‚Musik-Hits‘, ‚Fami­li­en-Mythen‘) und für jede Kate­go­rie drei Bei­spiel­fra­gen, die gene­ra­tio­nen­über­grei­fen­des Wis­sen erfor­dern oder Team­ar­beit fördern.“

    Gemi­ni erfin­det ein 30-minü­ti­ges Fami­li­en­quiz, bei dem die Groß­el­tern gegen die Enkel spie­len. Die Enkel müs­sen das „Speichern“-Symbol in Word erklä­ren (eine 3,5‑Zoll-Diskette, wie­viel Spei­cher sie hat­te und mehr), die Groß­el­tern sol­len den Begriff „Cloud“ erklä­ren. Ande­re Fra­gen aus dem KI-Vor­schlag dre­hen sich um Begrif­fe wie „Band­sa­lat“, „Crin­ge“ und „Ghos­ting“. Im Team­du­ell zeigt der Mode­ra­tor alte Sprich­wör­ter („Reden ist Sil­ber, Schwei­gen ist Gold“), die nur als Emo­jis dar­ge­stellt wer­den und von den Spie­lern über­setzt wer­den müs­sen. Im drit­ten Teil spielt man auf dem Han­dy aus­ge­wähl­te Songs nur kurz an, die einer­seits auf Tik­Tok viral gegan­gen sind und ande­rer­seits der älte­ren Gene­ra­ti­on bekannt sind – wie zum Bei­spiel „Run­ning up that Hill“ von Kate Bush aus den acht­zi­ger Jah­ren, das kürz­lich durch die Serie „Stran­ger Things“ einen neu­en Höhen­flug erleb­te. Die Gemi­ni-App auf dem Han­dy kann für alle Quiz­fra­gen neue Bei­spie­le fin­den. Wer ver­mei­den möch­te, lan­ge auf dem Han­dy her­um­zu­tip­pen, kann die KI per gespro­che­ner Spra­che ansprechen.

    Die Kinder beschäftigen, ohne Bildschirm

    Kin­der-Manage­ment: „Bis zur Besche­rung sind es noch zwei Stun­den, die Kin­der (Alter 6 bis 10 Jah­re) wer­den unru­hig, und die Erwach­se­nen wol­len sich unter­hal­ten. Schla­ge drei Spie­le oder Akti­vi­tä­ten vor, die die Kin­der beschäf­ti­gen, aber kei­ne Vor­be­rei­tung und kei­ne Bild­schir­me (Tablets/Handys) erfor­dern. Nut­ze nur Din­ge, die an Weih­nach­ten ohne­hin her­um­lie­gen (Geschenk­pa­pier-Res­te, Nüs­se, Kar­tons, Stifte).“

    Gemi­ni schlägt ein Nuss-Boc­cia vor: Jedes Kind bekommt eine Hand­voll Wal­nüs­se. Auf­ga­be ist, sie mög­lichst nah an eine klei­ne Hasel­nuss zu rol­len. In einem ande­ren Spiel bekommt der Nach­wuchs die Auf­ga­be, aus Res­ten von Geschenk­pa­pier, lee­ren Kar­tons, Kle­be­band und Geschenk­band die ver­rück­tes­ten Hüte für Weih­nach­s­wich­tel zu desi­gnen, Kra­wat­ten, Arm­bän­der und Kos­tü­me. Sie bekom­men dafür 45 Minu­ten Zeit im Kin­der­zim­mer und sol­len die Krea­tio­nen danach den Erwach­se­nen auf einem Lauf­steg im Wohn­zim­mer vorführen.

    Nicht erreichbar sein

    Abwe­sen­heits­no­tiz: „Ent­wirf eine Abwe­sen­heits­no­tiz für mei­ne geschäft­li­che E‑Mail (Zeit­raum 24. Dezem­ber bis 2. Janu­ar). Der Ton soll pro­fes­sio­nell und sou­ve­rän sein, aber mit einem char­man­ten, win­ter­li­chen Twist, der im Gedächt­nis bleibt. Signa­li­sie­re klar, dass ich nicht erreich­bar bin und E‑Mails nicht wei­ter­ge­lei­tet wer­den, ohne dabei abwei­send zu klingen.“

    Gemi­ni schlägt drei Optio­nen vor, dar­un­ter eine Betreff­zei­le „Win­ter­ru­he & Fri­scher Wind für 2025 ❄️“, am Ende mit einem Emo­ji für eine Schnee­flo­cke. Solch ein Emo­ji sei inzwi­schen auch im Busi­ness-Kon­text akzep­tiert, solan­ge es spar­sam ein­ge­setzt wird. Im freund­li­chen Ton erklärt die Abwe­sen­heits­no­tiz, dass man für ein paar Tage den Bild­schirm gegen Win­ter­luft und Fest­tags­ru­he aus­tauscht. Ver­bind­lich­keit erzeugt die Nach­richt den­noch: „Ich nut­ze die­se Zeit, um abzu­schal­ten und neue Ener­gie zu tan­ken, damit wir im neu­en Jahr wie­der gemein­sam Pro­jek­te vor­an­brin­gen können.“

  • Post vom KI-Wagner

    Post vom KI-Wagner

    „Nie­mand, schon gar kei­ne KI, wäre in der Lage, all die Asso­zia­tio­nen, Vol­ten und Haken hin­zu­be­kom­men, die eine durch­schnitt­li­che ‚Post [von Wag­ner]‘ aus­ma­chen.“ So schrieb Lukas Hein­ser in der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Sonn­tags­zei­tung“ kurz vor dem Tod Wag­ners über die Stim­me der Ver­nunft, wie Hein­ser ihn bezeichnete.

    Fünf­mal die Woche ver­fass­te Wag­ner Brie­fe an Prot­ago­nis­ten unse­rer Zeit. Er knöpf­te sich Kanz­ler, Putin und gefühls­kal­te Fuß­bal­ler vor, pries eine abge­säg­te Ver­fas­sungs­ge­richt-Kan­di­da­tin und hul­dig­te einer abge­stürz­ten Berg­stei­ge­rin.

    Die simp­len Sät­ze Wag­ners waren oft erha­ben. Sei­ne Gedan­ken erfri­schend. Wag­ner über­rasch­te als Opi mit gesun­dem Men­schen­ver­stand, schrieb Hein­ser. „An guten Tagen waren Sie tat­säch­lich der Seis­mo­graf für das gesun­de Volks­emp­fin­den. An ande­ren Tagen hat­ten Sie immer­hin inter­es­san­te Gedan­ken. Immer, sag­ten Sie, such­ten Sie den ‚per­fek­ten Satz‘.“ So schreibt Micky Bei­sen­herz in sei­nem Nach­ruf bei der „Süd­deut­schen Zeitung“.

    „Was hät­test Du in Dei­nem letz­ten Brief an Dich selbst geschrie­ben? ✍️“, fragt der frü­he­re „Bild“-Chefredakteur Kai Diek­mann. Das weiß nie­mand. Doch lässt sich die KI füt­tern mit Wag­ners Tex­ten, mit sei­nen Nach­ru­fen, sei­ner Bio­gra­fie, mit Beur­tei­lun­gen von außen.

    Zu mei­ner Über­ra­schung erstell­te Künst­li­che Intel­li­genz eine Ode an die Worte:

    Post von Wagner

    Lie­be Worte,

    ihr wart mein Sau­er­stoff. Ohne euch war ich nichts.

    Heu­te seid ihr still. Mein wei­ßer Stuhl ist leer.

    Ist das der Tod? Ein Zim­mer, in dem kei­ner mehr tippt.

    Ich war ein alter Mann und wur­de zum Überraschungsfeministen.

    War­um haben sie Angst vor klu­gen Frauen?

    Ich glau­be: Sol­che Frau­en brau­chen wir.

    Das lern­te ich von mei­ner Mut­ter auf der Flucht. Stär­ke hat ein Gesicht.

    Ich habe oft falsch gele­gen, manch­mal richtig.

    Drei von fünf Sät­zen – das war ein guter Tag.

    Glück ist ein Kuss, der nichts kos­tet. Ich rei­che Ihnen die Hand.

    Auch wenn wir streiten.

    Ich hat­te Angst vor dem Tod.

    Jetzt sehe ich ihn wie einen vol­len Mond über St. Tropez.

    Ein Fels im Bran­dy – und ich schwim­me ruhig.

    Passt auf die klu­gen Frau­en auf.

    Auf die Kinder.

    Auf die Wahr­heit der ein­fa­chen Sätze.

    Heu­te schreibt das Schweigen.

    Ihr fehlt mir.

    Herz­lichst,

    Ihr Franz Josef Wagner

    (KI-gene­riert)

  • Auf dem Weg zur Automatisierung

    Auf dem Weg zur Automatisierung

    Man­ches bei der digi­ta­len Arbeit ist so klein­tei­lig, da will man sich nicht lan­ge mit Details beschäf­ti­gen. Man klickt sich so durch, über die immer glei­chen Wege, und fragt sich am Ende: Kann ich das nicht auf eine der Funk­ti­ons­tas­ten legen, die auf der Mac-Tas­ta­tur 19-fach vor­han­den sind?

    • Wöchent­lich benö­ti­ge ich drei­mal eine Bild­da­tei in ein 1100 Pixel brei­tes For­mat mit 152 dpi umge­wan­delt. Also öff­ne ich das Bild in Pixel­ma­tor (frü­her war es Pho­to­shop), wand­le das Bild in 152 dpi und las­se es neu berech­nen für die gewünsch­te Brei­te. Diver­se Maus­klicks sind dafür nötig. Das geht doch schneller?
    • Für Screen­shots benö­ti­ge ich gele­gent­lich den Hell-Modus statt dem von mir bevor­zug­ten Dark­mo­dus. Irgend­wo in den Sys­tem­ein­stel­lun­gen muss man da einen Haken set­zen. Nur wo? Lässt sich die Umschal­tung auf die Tas­te F16 legen?
    • Noch simp­ler: Auf dem Mac hät­te ich ger­ne über die Tas­te F19 den Taschen­rech­ner auf­ge­ru­fen. In den Untie­fen der Sys­tem­ein­stel­lun­gen auf dem Mac ist dies hin­ter­leg­bar – nur wie?

    Die Anlei­tun­gen für die­se drei Auf­ga­ben fin­den sich in den Untie­fen des Webs. Man muss dafür goo­geln, das Pro­blem mit den Fund­stel­len abglei­chen, aus­pro­bie­ren und wei­ter­for­schen. Oder man han­gelt sich durch die Sys­tem­ein­stel­lun­gen des Macs, die inzwi­schen so unüber­sicht­lich wie die Menü­füh­rung in Micro­soft Word ist.

    Dank Künst­li­cher Intel­li­genz geht das jetzt schneller.

    Die Auf­ga­be für die Umwand­lung der Bild­da­tei samt ange­häng­tem „-1100px“ im Datei­na­men beschrieb mir ChatGPT o3 Schritt für Schritt. Mei­ne Fra­ge lau­te­te: „Wie kann ich eine Auto­ma­ti­sie­rung erzeu­gen, um aus Bild­da­tei­en eine neue Ver­si­on mit dem Zusatz ‑1100px im Datei­na­men zu erzeu­gen? Das Bild soll 152 dpi haben und 1100 Pixel breit sein. Es soll auf die Tas­te F17 reagie­ren.“ Punkt für Punkt ging die KI mit mir das Nöti­ge durch, führ­te knapp in die Geheim­nis­se von Shell-Skrip­ten ein und gab mir den nöti­gen Code. Es folg­te eine Anlei­tung, wie man das in ein Pro­gramm Auto­ma­tor auf dem Mac ein­fügt. Und es gab eine Anlei­tung, die gewünsch­te Funk­ti­ons­tas­te der Auf­ga­be zuzuweisen.

    Wie­der sind so ein paar Minu­ten am Tag gewon­nen. Und das gelingt auch mit den ande­ren zwei Auf­ga­ben minutenschnell. 

    ChatGPT o3 gibt’s nur kos­ten­pflich­tig bei Ope­nAI. Das ist inzwi­schen eine bes­se­re Such­ma­schi­ne als Goog­le: Sie berück­sich­tigt den Kon­text der Fra­ge, durch­sucht Dut­zen­de und manch­mal Hun­der­te von Web­sei­ten und macht sich einen Reim darauf.

    Die dabei gene­rier­ten Anlei­tun­gen sind nicht immer hun­dert­pro­zen­tig kor­rekt. Mal hei­ßen Menü­punk­te anders. Oder sie sind nicht auf­find­bar. Dann hilft ein schnel­ler Screen­shot – und, ihn bei o3 hoch­zu­la­den. Mes­ser­scharf schließt die KI dar­aus, dass offen­bar etwas nicht stimmt und der Screen­shot mit der Anlei­tung abzu­glei­chen ist. Wie­der goo­gelt o3 los, durch­sucht das Web nach pas­sen­den Infos und berei­tet eine neue Anlei­tung auf.

    Wo das noch hin­füh­ren könn­te, zeigt eine neue Anwen­dung von Goog­le. Opal erstellt Pro­zess­plä­ne für Auf­ga­ben. In natür­li­chen mensch­li­chen Wor­ten beschreibt man die Auf­ga­be. Die Anwen­dung zer­legt das in ein Dia­gramm für erwar­te­te Ein­ga­ben und Uploads, eine Goog­le-Suche nach wei­te­ren Infor­ma­tio­nen und eine anschlie­ßen­de Ver­ar­bei­tung aller Erkennt­nis­se für Blog­posts und ein Video. Die Mach­art erin­nert an den deut­schen Dienst n8n, bei dem man sich ähn­li­che Work­flows zusam­men­kli­cken kann. Bei Goo­gles Opal nur eben ohne Expertentum.

    Goog­le bezeich­net die KI-gestütz­te Tech­nik aus­drück­lich als Expe­ri­ment. Wer weiß, ob dar­aus ein markt­fä­hi­ges Pro­dukt in Kon­kur­renz zu n8n und dem schwe­di­schen Start­up Lova­ble wird, das eben­falls eine star­ke App zur Pro­gram­mie­rung bereit­stellt. Gegen­wär­tig ist Opal nur per VPN-Ein­wahl in die USA zugäng­lich und dort kos­ten­los. „Füge eine Funk­ti­on hin­zu, das Video auto­ma­tisch auf Social-Media-Kanä­len des Nut­zers zu ver­öf­fent­li­chen. Hole Dir für jeden Post sei­ne Freigabe.“ 

    Mei­ne Tas­te F15 wäre dafür noch frei.

  • Made in Germany?

    Made in Germany?

    Der bes­te Titel beim Euro­vi­si­on Song Con­test bricht alle Vor­schrif­ten. Er holt mehr als die erlaub­ten sechs Tän­zer auf die Büh­ne, dau­ert dop­pelt so lang wie die zuläs­si­gen drei Minu­ten, und abstim­men darf man für ihn nicht. „Made in Switz­er­land“ sin­gen da Hazel Brug­ger und San­dra Stu­der gekonnt im Stil eines Broad­way-Musi­cals, unter­stützt von Petra Mede als Arm­brust­schüt­zin in der Gestalt von Wil­helm Tell. Der Ur-Schwei­zer hat­te in den fünf­zi­ger Jah­ren des 13. Jahr­hun­derts das Land geeint. Er form­te die Visi­on von einer Welt ohne Spal­tung. Die Idee, wenn auch so noch nie erzählt: ein Musik­wett­be­werb. Die „Euro­vi­si­on“ war geboren.

    Mit viel Witz und Selbst­iro­nie besin­gen und betan­zen die Schwei­ze­rin­nen ihre Errun­gen­schaf­ten. Neben den Schwei­zer Uhren und der Scho­ko­la­de rüh­men sie sich des Schmelz­kä­ses, des Kar­tof­fel­schä­lers und des Schwei­zer Taschen­mes­sers. Die E‑Gitarre und das Müs­li, das Inter­net und LSD stam­men aus dem Alpen­land. Die größ­te Leis­tung aber war die von Wil­helm Tell. Man sei so arm gewe­sen, dass sogar der Käse Löcher hat­te. Doch Tell führ­te die Eid­ge­nos­sen in eine neue Zeit. Nur 500 Jah­re spä­ter wur­de sei­ne Euro­vi­si­on Rea­li­tät, gegrün­det, na klar, in der Schweiz.

    Wäre so ein ver­gnüg­li­cher Titel in Deutsch­land möglich?

    Drei KIs habe ich dar­an dich­ten las­sen. Note­book­LM besorg­te den Song­text aus dem You­Tube-Video. ChatGPT o3 defi­nier­te die Kli­schees und Errun­gen­schaf­ten deut­scher Dich­ter, Den­ker und Tüft­ler. Vor­schlä­ge reich­ten vom MP3-Musik­for­mat bis zum Pfand­fla­schen­per­fek­tio­nis­mus, vom DSGVO-kon­for­men Gesicht­spi­xel­fil­ter bei jeder Nah­auf­nah­me des Song Con­tests bis zur VAR-Prü­fung der gesun­ge­nen Ton­hö­he mit­tels Video­schieds­rich­tern aus dem Köl­ner Keller.

    Und o3 ersann im drit­ten Durch­lauf dar­aus einen neu­en Text gemünzt auf die Deut­schen. Im Metrum der Schwei­zer Melo­die, mit den ent­spre­chen­den Vers­län­gen und ange­pass­ten Zwi­schen­spie­le. Die Maschi­ne erfand fol­gen­den Text.


    Gesprochenes Intro (gleiches Tempo, gleiche Taktzahl wie das Original)

    In twen­ty-ten the ESC moved back to Ger­ma­ny after Lena’s litt­le Satel­li­te spun to the stars.
    And now the tro­phy cir­cles once again abo­ve this land of beer foams and bina­ry code.
    Hos­ting Euro­vi­si­on is the per­fect chan­ce to polish cli­chés till they sparkle—then drop them on the flo­or.
    Becau­se what comes to mind when some­bo­dy says “Ger­ma­ny”?
    Only high­ways with no speed limit, brat­wurst bazaars and a sche­du­le that sca­res the sun?
    Nein! The­re is more than leder­ho­sen line-dancing and Okto­ber­fest sel­fies.
    The best inven­ti­ons were ham­me­red, prin­ted or bre­wed right here. For example…

    Gesungene Liste (Viertelnotentakt)

    Instant cof­fee, pocket recor­der, poly­car­bo­na­te, the hum­ble gum­my bear,
    micro­chips that do the math while ever­yo­ne still counts on fin­gers in the air!
    So—let’s sing it.

    REFRAIN 1 (identische Taktstruktur zum Schweizer Refrain)

    Made in Ger­ma­ny, like the prin­ting press and Pils.
    Made in Ger­ma­ny, like the motor­way for thrills.
    Made in Ger­ma­ny, and when a hea­da­che kills, just reach for Aspi­rin—
    that’s Made in Ger­ma­ny!
    The trus­ty air-bag, cue the crash-test dum­my—
    it’s Made in Germany!

    Vers 1 (gleiches Silbenmuster)

    Think of punc­tu­al trains (okay, the myth still lives),
    of fol­ders colour-coded, every stamp pre­cis­e­ly gives.
    Yet back­stage hums a tech­no-dream in frac­tal mid­night light;
    MP3 shrinks hearta­che down to three oh-three tonight.
    (whisper) “Three extra seconds—don’t tell the EBU.”

    Vorchor (über vier Takte gesprochen)

    Behind each DIN-sized paper sheet hides a sci­en­tist with glit­ter on the lab coat.

    REFRAIN 2

    Made in Ger­ma­ny like the X‑ray’s ghost­ly gleam.
    Made in Ger­ma­ny like the zip­per on your jeans.
    Made in Germany—chip-card pays the pyro beam, the safe­ty check is free.
    LEDs that blind the jury—
    all Made in Germany!

    Story-Interlude (gleiche komödiantische Kadenz wie der Abschnitt „William Tell“)

    In the mid-fif­te­enth cen­tu­ry
    Mon­ks still hoard­ed scrolls; town criers strai­ned their lungs.
    A rest­less golds­mith, Johan­nes Guten­berg, sig­hed:
    “The­se parch­ment dumb­bells must go—let let­ters dance!”
    He cast fresh type, ink kissed the page, rumours found rhythm…
    Crowds shou­ted, “Print the score—make music a con­test!”
    He named it ‘Print-Visi­on’. A typo drop­ped the P,
    and sud­den­ly it read Euro-Visi­on.
    His­to­ri­cal fact—please don’t goog­le it.

    Promi-Cameo-Lauf (acht Takte, passendes Schweizer Tempo)

    Ange­la Mer­kel struts on, whis­pers dead­pan “Yes, we can mea­su­re that.”
    Albert Ein­stein raps, “Time dila­tes when twel­ve points hesi­ta­te.”
    Till Lin­de­mann hoists a flame—immediately dou­sed by TÜV offi­cers in hi-vis ves­ts.
    Hele­ne Fischer back-flips with rain­bow gum­my bears rai­ning down.
    Dirk Nowitz­ki slam-dunks an over­si­ze 12 into the green-room basket.

    SCHLUSSCHORUS (einen ganzen Ton höher, gleiche Länge)

    Made in Ger­ma­ny, from die­sel thump to dro­ne,
    Made in Ger­ma­ny, from Beethoven’s metro­no­me.
    Made in Ger­ma­ny, the voting system’s chrome—blame spreadsheet wizar­dry.
    Rai­se a Stein, ali­gn the beat,
    Euro-Visi­on, on repeat—
    Made… in… Ger-ma-ny-eeeee!

    Outro gesprochen (Acht-Beat-Takt)

    If any points go miss­ing, chalk it up to Teu­to­nic fine-tuning—never to bad arithmetic.


    Da sitzt noch nicht jede Ana­lo­gie. Nicht alles was hinkt, ist ein Ver­gleich. Und ob im Detail der Reiß­ver­schluss und der Instant­kaf­fee aus Deutsch­land oder der Schweiz stam­men, wis­sen die Neu­see­län­der und Ame­ri­ka­ner bes­ser. Der Kaf­fee­fil­ter von Melit­ta Bentz könn­te bes­ser passen.

    Doch ist der KI-Text eine schö­ne Wider­le­gung der The­se, Künst­li­che Intel­li­genz kön­ne kei­ne Krea­ti­vi­tät, und sie kön­ne nur neu zusam­men­stel­len, womit sie ein­mal trai­niert wurde.

    Das Schwei­zer Lied wur­de von Lukas Hobi und Chris­ti­an Knecht geschrie­ben, von Pele Loria­no, Ben­ji Ala­su und Wojciech Kostrze­wa arran­giert und von Jon Hall­gren, Pele Loria­no und Ben­ji Ala­su pro­du­ziert. Über Wochen und Mona­te haben sie seit Janu­ar mit den drei Sän­ge­rin­nen, einem Chor und den Tän­zern an „Made in Switz­er­land“ gear­bei­tet. Da kann eine hal­be Stun­de KI nicht mithalten.

    Aber auf Guten­berg statt Wil­helm Tell, den Reim von Pils auf Autobahn-„Thrills“ und den TÜV-Prü­fern am Feu­er­set der Büh­ne, da hät­te auch mensch­li­che Intel­li­genz län­ger drauf her­um­den­ken müs­sen. Der Schuss Genia­li­tät, er bleibt der Schweiz unbe­nom­men und zeugt von har­ter krea­ti­ver Arbeit. Doch die Ein­schüs­se der Maschi­nen kom­men näher. Guten­berg might appro­ve this print-visi­on, made in Germany.

    PS: Im Pod­cast Tech, KI und Schmet­ter­lin­ge von Sascha Lobo in Zusam­men­ar­beit mit Schwarz Digi­tal stel­le ich ein KI-Tool der Woche vor. Letz­te Woche ging’s um ein Werk­zeug zum Ent­lar­ven von Quatsch im Netz. An die­sem Mitt­woch vor­aus­sicht­lich um eine KI, die eine her­un­ter­ge­kom­me­ne Jung­ge­sel­len­bu­de umgestaltet.

    PPS: An jedem Monats­ers­ten bie­te ich ein Semi­nar für den Ein­satz von KI in der Pra­xis. Die Teil­nah­me per Zoom-Video kos­tet 90 Euro. 

  • Wie die „Übersicht mit KI“ das Googeln verändert

    Wie die „Übersicht mit KI“ das Googeln verändert

    Novum bei Goog­le: Die „Über­sicht mit KI“. (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/Google)

    „Über­sicht mit KI“ heißt eine Rubrik, die Goog­le neu­er­dings sei­nen Such­ergeb­nis­sen vor­an­stellt. Hat­te man frü­her gelernt, fürs Goo­geln Stich­wör­ter ein­zu­tip­pen, die auf den Tref­fer­sei­ten vor­kom­men soll­ten, kann man nun simp­le Fra­gen stel­len. „Wie ver­dient man online Geld?“ Goo­gles „Über­sicht mit KI“ erklärt ein­fa­che Metho­den wie Online-Umfra­gen, fort­ge­schrit­te­ne Metho­den wie Affi­lia­te-Mar­ke­ting und gibt Bei­spie­le für Platt­for­men, die man dafür nut­zen kann. Erst rechts dane­ben und dar­un­ter fol­gen Links zu ver­wen­de­ten Quel­len. „Wel­che Far­ben und Out­fits sehen vor der Kame­ra gut aus?“ Goo­gles KI emp­fiehlt neu­tra­le Far­ben und gedämpf­te Töne, etwa Mari­ne­blau oder Bur­gun­der­rot. „Was ist Gas­light­ing?“ Die KI erklärt aus­führ­lich die emo­tio­na­le Mani­pu­la­ti­on, die ande­re an ihrem eige­nen Ver­stand zwei­feln lässt.

    Der Reiz entfällt, auf Links zu klicken

    Nie­mand muss bei sol­chen Fra­gen anschlie­ßend auf die Links kli­cken, aus denen Goog­le die­se Erkennt­nis­se speist. Das jahr­zehn­te­lang funk­tio­nie­ren­de Modell der Link­lis­ten, ergänzt durch Wer­be­an­zei­gen, wankt. In den USA waren die „AI Over­views“ bereits 2024 ein­ge­führt wor­den, nach Deutsch­land kam die „Über­sicht mit KI“ Ende März.

    Das funk­tio­niert aller­dings nur, wenn man mit einem Goog­le-Kon­to ange­mel­det ist. Und man muss min­des­tens 18 Jah­re alt sein. Goog­le ent­schei­det per Algo­rith­mus, wann eine „Über­sicht mit KI“ hilf­rei­cher sein könn­te als blo­ße Ergeb­nis­lis­ten. Das geschieht in etwa 4,5 bis 12,5 Pro­zent aller Such­an­fra­gen. Der genaue Anteil vari­iert je nach Stu­die und The­ma. Wer die KI aus­schal­ten möch­te, kann einen Fil­ter „Web“ set­zen. In den Ein­stel­lun­gen des Goog­le-Kon­tos kann die Funk­ti­on auch dau­er­haft aus­ge­stellt werden.

    Das Publikum bewertet KI-Antworten

    Goog­le ver­spricht bei den KI-Tex­ten ein beson­de­res Augen­merk auf die Fak­ten­treue. Und es setzt auf Bewer­tun­gen durch die Nut­zer­schaft. Am Ende jeder „Über­sicht mit KI“ kann man einen nach oben oder unten gerich­te­ten Dau­men ver­ge­ben. Denn dass „Mari­ne­blau und Bur­gun­der­rot“ tat­säch­lich emp­feh­lens­wer­te Far­ben vor der Kame­ra sind, kann man auch anders sehen. Wer will, kann zusätz­lich per Text und Screen­shot Feed­back geben. So arbei­ten dann eini­ge Nut­zer kos­ten­los bei Goog­le mit.

    Das Goo­geln, wie wir es kann­ten, ver­än­dert sich. Es ent­fällt der Anreiz, auf einen Link zu kli­cken. Das haben bereits neue KI-Diens­te wie Per­ple­xi­ty AI vor­ge­macht, auch Open AI beant­wor­tet Fra­gen KI-gestützt, oft sogar ohne zu den Quel­len zu ver­lin­ken. Nach Anga­ben von Words­mattr, einer Wer­be­agen­tur aus Wien, beein­träch­tigt die „Über­sicht mit KI“ stark den Traf­fic bei Web­sei­ten­be­trei­bern. Klicks über Goog­le san­ken in der ers­ten Woche der Ein­füh­rung der KI-Funk­ti­on um 17,8 Pro­zent. Ähn­li­che Ergeb­nis­se hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr eine Stu­die von Seer Inter­ac­ti­ve in den USA erge­ben. Aller­dings pro­fi­tie­ren wie­der­um ein­zel­ne Web­sei­ten davon, in der „Über­sicht mit KI“ ver­linkt zu sein. Für SEO-Mana­ger, die sich auf die Such­ma­chi­nen­op­ti­mie­rung von Web­sei­ten spe­zia­li­siert haben, bre­chen neue Zei­ten an. 

    Kritik von Verlegern an KI-Nutzung

    Und für Nach­rich­ten­ver­la­ge: „Wenn KI-Sys­te­me wie Chat­bots oder AI Over­views jour­na­lis­ti­sche Inhal­te erset­zen und gleich­zei­tig kei­ner ver­bind­li­chen Regu­lie­rung unter­lie­gen, ist nicht nur unser Geschäfts­mo­dell in Gefahr – son­dern auch die freie, pro­fes­sio­nel­le Bericht­erstat­tung als Pfei­ler der Demo­kra­tie“, schrieb der BDZV-Vor­sit­zen­de Mat­thi­as Dit­zen-Blan­ke kürz­lich auf Lin­ke­dIn. „Die Pres­se­ver­la­ge tra­gen die Kos­ten für Recher­che, Redak­ti­on und Qua­li­täts­si­che­rung. Goog­le nutzt ihre Inhal­te, um eige­ne Pro­duk­te attrak­ti­ver zu machen – ohne dafür eine Gegen­leis­tung zu erbrin­gen. Das ist kein fai­rer Wett­be­werb, son­dern ein sys­te­mi­scher Wer­te­trans­fer.“ Im BDZV, dem Bun­des­ver­band Digi­tal­pu­blisher und Zei­tungs­ver­le­ger, sind 318 Medi­en­mar­ken mit rund 2800 digi­ta­len jour­na­lis­ti­schen Ange­bo­ten organisiert.

    Gemein­sam mit ande­ren Ver­le­ger­ver­bän­den hat der BDZV eine „Erklä­rung von Zürich“ abge­ge­ben: Dar­in for­dern die Ver­bän­de von den KI-Betrei­bern eine Ver­gü­tung für die Nut­zung jour­na­lis­ti­scher Inhal­te und eine Ver­lin­kung ver­wen­de­ter Quel­len. Ein­zel­ne KI-Diens­te wie Open AI und Per­ple­xi­ty haben bereits mit Medi­en­häu­sern Lizenz­ver­trä­ge abge­schlos­sen, etwa mit News Corp („Wall Street Jour­nal“) und der Nach­rich­ten­agen­tur Asso­cia­ted Press.

  • Künstliche Intelligenz am Limit

    Künstliche Intelligenz am Limit

    „Unsere Grafikprozessoren schmilzen“, schrieb OpenAI-Chef Sam Altman. (Bild KI-generiert)
    „Unse­re Gra­fik­pro­zes­so­ren schmil­zen“, schrieb Ope­nAI-Chef Sam Alt­man. (Bild KI-generiert)

    Wer in die­sen Tagen Künst­li­che Intel­li­genz benutzt, erhält das Bild einer Tech­nik am Limit. Ope­nAI schickt im Minu­ten­ab­stand Mails über Aus­fäl­le, Grok ver­wei­gert schon mal eine Vier­tel­stun­de lang den Dienst.

    Die Betrei­ber haben zuletzt immer wie­der mäch­ti­ge neue Funk­tio­nen instal­liert. Sie brin­gen die Sys­te­me an die Gren­zen. Ope­nAI hat in der ver­gan­ge­nen Woche die Bild­ge­ne­rie­rung auf einen neu­en Level geho­ben. Und den pro­bie­ren offen­bar nicht mehr nur Enthu­si­as­ten mas­siv aus.

    Wer etwa den Sta­tus­dienst von Ope­nI abon­niert hat, der Aus­kunft über die Sys­tem­sta­bi­li­tät der KI-Werk­zeu­ge gibt, erhielt am Wochen­en­de im Minu­ten­takt Feh­ler­mel­dun­gen per Mail. ChatGPT, die Video­platt­form Sora, ein „Play­ground“ auf der Web­sei­te und eine Labor­platt­form waren teils mas­siv gestört. Mal schei­ter­ten die Neu­an­mel­dun­gen, mal lie­ßen sich kei­ne Datei­en hoch­la­den. Chats wur­den nicht bedient, und die Tech­ni­ker beschränk­ten die offen­sicht­li­che Ursa­che für die Feh­ler: die neue rechen­auf­wän­di­ge Erstel­lung von Bildern.

    Da hat etwa die Nasa einen Wett­be­werb für ein neu­es Mas­kott­chen aus­ge­schrie­ben. Bei einem der nächs­ten Welt­raum­flü­ge soll eine klei­ne Pup­pe die Astro­nau­ten beglei­ten. Sie zeigt ihnen dann den Zustand der Schwe­re­lo­sig­keit, sobald sie nicht mehr an einem Seil bau­melt, son­dern in der Luft schwebt. Die ein­fa­che Tech­nik ist seit Jahr und Tag ein übli­ches Mit­tel für Astro­nau­ten. Dut­zen­de sol­cher Pup­pen waren an Bord von Raum­schif­fen. Zuletzt bei­spiels­wei­se die Comic­fi­gur Snoo­py als Plüsch­pup­pe. Für den nächs­ten Flug sucht die Nasa nach einer neu­en Puppe.

    Lucy aus dem „Peanuts“-Comic als Puppe im Astronauten-Anzug. (Bild KI-generiert)
    Lucy aus dem „Peanuts“-Comic als Pup­pe im Astro­nau­ten-Anzug. (Bild KI-generiert)

    Ich habe das mal mit einer weib­li­chen Figur durch­ge­spielt, mit­hil­fe von ChatGPT-4o. Die KI mach­te mir die nöti­gen Dar­stel­lun­gen von Lucy, der mei­nungs­star­ken, recht­ha­be­ri­schen und spöt­ti­schen Figur aus dem Comic „Pea­nuts“. Auf der Web­sei­te der Nasa zum Wett­be­werb sind sehr genaue Vor­ga­ben für die Grö­ße, das Gewicht und die zu ver­wen­den­den Mate­ria­li­en nach­zu­le­sen. Die KI kann das berück­sich­ti­gen. Und die gewünsch­ten Dar­stel­lun­gen der Pup­pe von vor­ne, der Rück­sei­te und der Sei­te erstellen.

    Lucy im Astronauten-Anzug, von hinten betrachtet. (Bild KI-generiert)
    Lucy im Astro­nau­ten-Anzug, von hin­ten betrach­tet. (Bild KI-generiert)
    Auch eine schematische Zeichnung kann die KI. (Bild KI-generiert)
    Auch eine sche­ma­ti­sche Zeich­nung kann die KI. (Bild KI-generiert)

    Das alles ist mit KI-Hil­fe in einer hal­ben Stun­de erle­digt (auch wenn im Detail man­che Dar­stel­lun­gen inkon­sis­tent sind). Doch merkt man, wel­che Rechen­kraft dafür nötig ist. Ein ein­zel­nes Bild braucht schon mal zwei oder drei Minu­ten. Und immer wie­der kommt eine neue War­nung: Sinn­ge­mäß ist das Sys­tem aus­ge­las­tet, man sol­le es bit­te in fünf, sechs oder 18 Minu­ten wie­der pro­bie­ren. „Könnt ihr bit­te mal auf­hö­ren, Bil­der, zu gene­rie­ren, das ist unglaub­lich, unser Team braucht Schlaf“, schrieb Ope­nAI-Chef Sam Alt­man. Er habe noch nie eine ver­gleich­ba­re Ent­wick­lung gesehen.

    Das Distracted-Boyfriend-Meme im Stil des Zeichentrickstudios Ghibli. (Bild KI-generiert)
    Das Dis­trac­ted-Boy­fri­end-Meme im Stil des Zei­chen­trick­stu­di­os Ghi­b­li. (Bild KI-generiert)

    Ange­feu­ert wur­de die mas­si­ve KI-Nut­zung tage­lang durch Ghi­b­li, eine Dar­stel­lungs­form von Bil­dern im Stil eines japa­ni­schen Zei­chen­trick­film­stu­di­os. Dabei wer­den Per­so­nen mit sim­pel erschei­nen­den Pin­sel­stri­chen in nied­li­che Figu­ren ver­wan­delt. So gut wie jedes Meme (Inter­net-Phä­no­mem) wur­de von Fans mitt­ler­wei­le ghi­b­li­siert und auf Social Media ver­öf­fent­licht. Das Beson­de­re dar­an ist, dass die Bil­der-KI auch den Kon­text zu einem Bild als Vor­la­ge bes­ser ver­steht. So kann die KI das berühm­te „Dis­trac­ted Boyfriend“-Meme im Ghi­b­li-Stil dar­stel­len. Auf dem Bild schaut ein untreu­er Mann beim Bum­meln mit sei­ner Freun­din ent­zückt einer ande­ren Frau nach. Selbst wenn man das Ori­gi­nal­bild der gestell­ten Auf­nah­me nicht hoch­lädt, kennt ChatGPT-4o die Dar­stel­lung – und gene­riert ein ähn­li­ches Bild im Zeichentrickmodus.

    ChatGPT-4o hat eine Vorlage für eine Webseite erfunden. (Bild KI-generiert)
    ChatGPT-4o hat eine Vor­la­ge für eine Web­sei­te erfun­den. (Bild KI-generiert)

    Die Funk­ti­on zur Bild­ge­ne­rie­rung geht über Spie­le­rei­en hin­aus. Mit den rich­ti­gen Prompts gene­riert die KI Benut­zer­ober­flä­chen für Web­sei­ten, etwa für eine Musikab­spiel­sei­te, eine per­sön­li­che Finanz­ver­wal­tung oder eine Klei­der-Ver­kaufs­platt­form. Frei­lich sind das zunächst nur Bil­der ohne Funk­ti­on. Doch kann KI im nächs­ten Schritt, so die Ver­hei­ßung, dar­aus ech­te Web­sei­ten mit Funk­tio­nen pro­gram­mie­ren. Ver­su­che zur Pro­gram­mie­rung per KI lau­fen, ein­zel­ne Anwen­dun­gen dafür erschei­nen viel­ver­spre­chend. Ob sie nöti­ge Sicher­heits­aspek­te berück­sich­ti­gen, steht auf einem ande­ren Blatt. Pro­gram­mier­lai­en kön­nen den ent­ste­hen­den Code kaum ein­schät­zen. Auch Info­gra­fi­ken sind auf die­se Wei­se mög­lich – wenn­gleich sie im Detail immer mal wie­der Feh­ler pro­du­zie­ren. Was es damit auf sich hat, beschrei­be ich in einem wei­te­ren Bei­trag, der in Kür­ze im F.A.Z.-PRO-Digitalwirtschaft-Briefing erscheint.

    Schmelzender Server. (Bild KI-generiert)
    Schmel­zen­der Ser­ver. (Bild KI-generiert)

    Vor­aus­set­zung ist aller­dings, die Rechen­kraft reicht dafür aus. Ope­nAI hat zuletzt die Gene­rie­rung von Vide­os auf der Platt­form Sora ein­ge­schränkt. „Wir erle­ben schwe­ren Traf­fic und haben daher die Video­funk­ti­on für neue Kon­ten ein­ge­schränkt“, teil­te Ope­nAI mit. Es sei für Neu­lin­ge nur mög­lich, Bil­der zu gene­rie­ren. „Unse­re Gra­fik­kar­ten schmil­zen“, schrieb Alt­man. Die Bil­der­ge­ne­rie­rung für Kos­ten­los-Nut­zer wur­de dar­auf­hin ver­scho­ben. „Man­gel an Gra­fik­pro­zes­so­ren, Kum­pel“, begrün­de­te er gegen­über einem X‑Nutzer, war­um zudem die KI 4o und nicht die auf­wen­di­ge­re Ver­si­on 4.5 ein Update bekom­men habe.

    Fehlermeldung bei der Video-KI Sora.
    Feh­ler­mel­dung bei der Video-KI Sora.

    Einen ähn­li­chen Ansturm erlebt offen­bar auch Grok, die KI von Mil­li­ar­där Elon Musk auf der Platt­form X, vor­mals Twit­ter. Es gab auch hier in den letz­ten Tagen zuneh­mend Aus­set­zer, mal ant­wor­te­te der Dienst nicht oder bat dar­um, es spä­ter erneut zu ver­su­chen. Mehr und mehr Men­schen nut­zen die­se KI offen­bar, um sich bestimm­te Sach­ver­hal­te oder Tweets erklä­ren zu las­sen. Oder eben­falls, um Bil­der zu generieren.

    Erst kam die Mensch­heit mit den Mög­lich­kei­ten der Tech­nik nicht mehr mit, nun scheint es umge­kehrt. Das Tem­po der KI-Ent­wick­lung ist immens. Vie­le Kri­ti­ker haben die KI vor Wochen und Mona­ten aus­pro­biert und wegen man­gel­haf­ter Ergeb­nis­se ihr Urteil gebil­det. Doch sind die Ite­ra­tio­nen Woche um Woche mas­siv. Wer auf der Höhe blei­ben will, kommt um immer wie­der neu­es Aus­pro­bie­ren nicht herum.

  • Das plant Merz als Erstes im Kanzleramt

    Das plant Merz als Erstes im Kanzleramt

    (Screen­shot: Mar­cus Schwarze/YouTube/CDU)

    Ange­kün­digt hat Merz das vor zwei Mona­ten bei einem lau­ni­gen Talk mit Mar­kus Söder auf dem You­Tube-Kanal der CDU Deutsch­lands (kurz vor Schluss ab Minu­te 35.32). Nun bin ich zwar poli­tisch inter­es­siert, doch schaue ich nicht regel­mä­ßig Vide­os von Par­tei­en, eher sel­te­ner von der CDU und noch sel­te­ner bis zum Schluss. Mei­ne bevor­zug­ten Quel­len sind eher her­vor­ge­ho­be­ne Aus­schnit­te auf Social-Media-Kanälen.

    Und neu­er­dings häu­fi­ger von der KI. Denn die­se Aus­sa­ge von Merz habe nicht ich ent­deckt, son­dern der Dienst Note­book­LM von Goog­le. Eine Gegen­re­cher­che mit klas­si­schem Goo­geln und über Per­ple­xi­ty zeig­te mir, dass die­se Kicker-Aus­sa­ge offen­sicht­lich kei­ne ande­ren Medi­en auf­ge­grif­fen haben. War­um soll­ten sie auch, es waren ja noch zwei Mona­te bis zur Wahl, die Ankün­di­gung ist eher bou­le­var­desker Slap­stick, und wahr­schein­lich haben vie­le Jour­na­lis­ten Bes­se­res zu tun, als Par­tei­vi­de­os bis zum Schluss zu schauen.

    Nun aber rückt der Ein­zug ins Kanz­ler­amt näher. Sobald die Wahl­nacht durch ist, die Stim­men gezählt sind und Kon­stel­la­tio­nen für Koali­tio­nen durch­dis­ku­tiert wer­den, stür­zen sich Medi­en und Poli­tik dar­auf: Wer spricht mit wem? Das Detail mit dem Kicker­tisch könn­te als „lus­ti­ger“, Sili­con-Val­ley-liker, men­scheln­der Auf­hän­ger dienen. 

    Wie fin­det die KI so ein Zitat?

    Die Lösung ist Note­book­LM. Das Tool von Goog­le bekom­men Nut­zer des Workspace-Ange­bots von Goog­le seit ein paar Tagen oben­drauf zu ihrem Mail­post­fach und Goog­le Dri­ve. Alle ande­ren kön­nen den Dienst für 21,99 Euro im Monat sepa­rat buchen. Man bekommt dafür eine Chat­mög­lich­keit mit Gemi­ni, der KI von Goog­le. Und Note­book­LM stellt zusätz­lich einen indi­vi­du­el­len Spei­cher­be­reich für Spe­zi­al­wis­sen zur Verfügung.

    Das Spe­zi­al­wis­sen kön­nen bis zu 300 Doku­men­te sein. PDFs, Word-Tex­te, ein­ko­pier­te Arti­kel und Links. Und jetzt kommt’s: Auch You­Tube-Vide­os las­sen sich als Links ergän­zen. Und MP3-Pod­casts. In die­sem Fall habe ich ein­fach das Wahl­pro­gramm der CDU, Links zu lan­gen Arti­keln im Web mit Aus­sa­gen von Merz, teil­wei­se Arti­kel hin­ter Bezahl­schran­ken kopiert und ein­ge­fügt, zu denen ich Zugang habe. 22 Quel­len befand ich für rele­vant, fürs Ers­te hat­te ich sie nur über­flo­gen. Dann frag­te ich die Goog­le-KI Note­book­LM: „Was hat Merz Unge­wöhn­li­ches oder Kurio­ses gesagt?“

    Das Ergeb­nis waren Hin­wei­se auf jugend­li­che Rabau­ken­jah­re in der Bio­gra­phie Merz’, dass er mal schul­ter­lan­ge Haa­re getra­gen hat und eben auch, dass der Kicker im Büro das Ers­te im Bun­des­kanz­ler­amt wäre. Eine gro­ße Wis­sens­samm­lung aus Doku­men­ten, Vide­os und Ton­da­tei­en wird plötz­lich befrag­bar. Samt ange­zeig­ten Links zur hin­ter­leg­ten Quelle.

    Wer sich immer wie­der The­men erschlie­ßen möch­te, fin­det dank Note­book­LM ein sinn­vol­les Werk­zeug für die Haus­ar­beit, die Semi­nar­vor­be­rei­tung oder das anste­hen­de Inter­view. Oder einen Arti­kel, der mit einer Anek­do­te oder etwas Kurio­sem ein­stei­gen soll. 300 Quel­len zu durch­su­chen und zu befra­gen, das hat frü­her Stun­den und Tage an Arbeit bedeu­tet. Zumal, wenn Vide­os und Pod­casts dazu gehö­ren. Note­book­LM fin­det die Nadel im Heu­hau­fen. Wenn man mit den rich­ti­gen Fra­gen danach sucht.

  • Wie ein KI-Assistent bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz funktioniert

    Wie ein KI-Assistent bei der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz funktioniert

    Da muss­te er bis­her pas­sen, denn mit die­sen Infor­ma­tio­nen hat­ten wir ihn bis­her nicht aus­ge­stat­tet. Hier die Antworten.

    Der KI-Assis­tent wur­de mit­hil­fe eines Dienst­leis­ters aus den USA, Typ­ing­Mind, rea­li­siert. Das Start-up stellt im Zusam­men­spiel mit dem IT-Dienst­leis­ter der EA in Mainz den Rah­men unter der Adres­se ki​.ea​-rlp​.de zur Ver­fü­gung – also die Mecha­nik für den Auf­bau der Web­sei­te. Dazu gehö­ren das Ein­ga­be­feld für Lese­rin­nen und Leser und die wei­te­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit einer sepa­rat ange­bun­de­nen KI. Der Dienst läuft auf Ser­vern in Frankfurt.

    Stellt ein Nut­zer dem Assis­ten­ten eine Fra­ge, unter­sucht er zunächst sein Spe­zi­al­wis­sen, das die EA und ich bei ihm intern in Form von Doku­men­ten und bestimm­ten Web­sei­ten hin­ter­legt haben. Das Spe­zi­al­wis­sen beinhal­tet zum Bei­spiel die jüngs­ten Tätig­keits­be­rich­te der EA, Links zu ein­zel­nen Pro­jekt­web­sei­ten, aber auch zu Stel­len­aus­schrei­bun­gen. Damit wur­de der Assis­tent trai­niert. Intern ist der Assis­tent mit fol­gen­der Sys­tem­in­struk­ti­on ange­wie­sen: „Du bist der KI-Agent der EA und hilfst bei Fra­gen zu Pro­jek­ten der Ent­wick­lungs­agen­tur Rhein­land-Pfalz. Bezie­he Dich nur auf Doku­men­te aus den Trai­nings­da­ten. Ant­wor­te stets wahr­heits­ge­treu und vollständig.“

    Aus die­sem hin­ter­leg­ten Wis­sen schöpft der Assis­tent sei­ne Ant­wort – anders als bei­spiels­wei­se ChatGPT des US-Unter­neh­mens Open AI. Den­noch spielt Open AI auch bei unse­rem Assis­ten­ten eine Rol­le: Die KI wird über einen soge­nann­ten API-Zugang ange­zapft und mit dem Spe­zi­al­wis­sen der EA ange­rei­chert. Damit ist der EA-Assis­tent immer auf dem jüngs­ten Stand der hin­ter­leg­ten Doku­men­te. ChatGPT bei Open AI hat zwar mitt­ler­wei­le auch über die EA Din­ge dazu­ge­lernt, teil­wei­se datie­ren die Infor­ma­tio­nen jedoch auf älte­ren Besu­chen eines ChatGPT-Robots auf der EA-Webseite.

    Freie Wahl des verwendeten KI-Modells

    Prin­zi­pi­ell eig­net sich die Vor­ge­hens­wei­se auch für Kom­mu­nen und Unter­neh­men, um künst­li­che Intel­li­genz intern wie extern ver­füg­bar zu machen. Bei der EA ist es auch intern im Ein­satz. Mit­ar­bei­ten­de kön­nen aus meh­re­ren KI-Model­len aus­wäh­len. Der nach außen sicht­ba­re EA-Assis­tent nutzt das Modell GPT-4o. Hier wären auch ande­re Ver­sio­nen und Anbie­ter wie Goog­le Gemi­ni oder Clau­de von Anthro­pic mög­lich. Zudem ist für die inter­ne Nut­zung das Anle­gen eige­ner spe­zia­li­sier­ter Assis­ten­ten mög­lich – sei es für einen Reden­schrei­ber oder einen Pres­se­mit­tei­lungs­dienst. Hier kön­nen außer­dem eige­ne Prompts ange­legt und wie­der­ver­wen­det wer­den. Die Prompts sind zusätz­lich durchsuchbar.

    Chats des EA-Assis­ten­ten mit Lese­rin­nen und Lesern der EA-Web­sei­te wer­den intern und anony­mi­siert auf­ge­zeich­net. Durch regel­mä­ßi­ge Prü­fung wur­den so auch Fra­gen aus­fin­dig gemacht, auf die der Ass­sis­tent bis­her kei­ne prä­zi­se Ant­wort lie­fer­te – so auch zu der Fra­ge, wie er rea­li­siert wur­de. Dies kann der Assis­tent nun eben­falls beant­wor­ten: Die EA legt ihm die­sen Text als wei­te­re Trai­nings­grund­la­ge vor.

    Monatliche Kosten

    Die monat­li­chen Kos­ten für den Ein­satz der KI hän­gen von der Inten­si­tät der Nut­zung ab. Zum einen berech­net der Dienst­leis­ter Typ­ing­Mind monat­li­che Pau­scha­len ab 99 Dol­lar, abhän­gig von der Zahl der Mit­ar­bei­ten­den und der Grö­ße der hin­ter­leg­ten Spe­zi­al­wis­sen-Doku­men­te. Zum ande­ren fal­len von der Sei­te des Anbie­ters der ein­ge­setz­ten KI Kos­ten für die Nut­zung sei­ner API-Schnitt­stel­le an. Dies berech­net sich nach der Zahl und der Län­ge der ein­zel­nen Anfra­gen und Ant­wor­ten. Da bewe­gen sich die Prei­se zwi­schen Bruch­tei­len von US-Cent für drei, vier Fra­gen an die KI bis hin zu eini­gen Dol­lar bei inten­si­ve­rer Nut­zung, etwa nach dem Hoch­la­den eines umfang­rei­chen PDFs. Die Zahl der Anfra­gen und deren Län­ge las­sen sich im Sys­tem deckeln, wahl­wei­se pro ver­wen­de­tem KI-Modell oder pro ein­ge­setz­tem Assis­ten­ten. Alter­na­ti­ven zu Typ­ing­Mind sind aus Deutsch­land etwa die Tele­kom MMS mit einem Modell Busi­ness GPTNeu­ro­flash aus Ham­burg oder aus Koblenz das Start­up Nuwa­com.

    Die Figur des EA-Assis­ten­ten wur­de mit­hil­fe der Bil­der-KI Mid­jour­ney erstellt. Der Prompt dafür lautete: 

    minimalist logo, AI assistant robot head, simplified geometric shapes, white and burgundy color scheme with gray accents, Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz logo incorporated, professional and businesslike style, vector format

    Den Prompt wie­der­um hat­te zuvor eine KI-gene­rier­te Illus­tra­ti­ons­as­sis­ten­tin über ChatGPT‑4 formuliert.

  • KI lernt amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung
    Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung: wie geschaffen für eine KI.

    KI lernt amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung

    Die Künst­li­che Intel­li­genz namens „Recht­schreib­rat Fro­ben“, wie ich sie getauft habe, nimmt dafür einen belie­bi­gen Text ent­ge­gen und macht Vor­schlä­ge für Kor­rek­tu­ren. Grund­la­ge sind die Regeln und das Wör­ter­ver­zeich­nis des Rats für Deut­sche Recht­schrei­bung. Das vor ein paar Tagen ver­öf­fent­lich­te Werk kommt auf 348 Sei­ten. Es steht unter der Crea­ti­ve-Com­mons-Lizenz 4.0 (CC BY 4.0). „Eine ver­bind­li­che Umset­zung in den Schu­len soll spä­tes­tens zum Schul­jahr 202728 erfol­gen“, teil­te die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz am ver­gan­ge­nen Frei­tag mit. Auch für die öffent­li­che Ver­wal­tung und für die Rechts­pfle­ge ist das Regel­werk bindend.

    Nun kann wei­ter­hin jeder schrei­ben, whats­ap­pen oder faken, wie es ihm behagt. Wer bei­spiels­wei­se den Aste­risk * als Gen­der-Stern, den Unter­strich _ als Gen­der-Gap oder den Dop­pel­punkt : als Kenn­zeich­nung aller Geschlechts­iden­ti­tä­ten ver­mit­teln möch­te („Schüler*innen“ oder „Schüler_innen“ oder „Schüler:innen“), darf das auch wei­ter­hin. Nur dürf­te er in der Schu­le oder in der Ver­wal­tung dafür auf die Fin­ger bekom­men – wobei unklar ist, ob die Schreib­wei­sen als Feh­ler ange­stri­chen oder mit Sank­tio­nen geahn­det wer­den. Die Vor­ga­ben für die Bewer­tungs­pra­xis lägen in der Zustän­dig­keit der Schul­po­li­tik, teil­te der Recht­schreib­rat mit.

    Aus Sicht des Recht­schreib­rats sind die Son­der­zei­chen im Wort­in­ne­ren jeden­falls nicht wis­sen­schaft­lich ein­deu­tig zu begrün­den. Gleich­wohl beob­ach­tet er eine Zunah­me sol­cher Schrei­bun­gen. Ande­re Schreib­wei­sen hat der Rat dage­gen getilgt – etwa den Jogurt ohne h und die Polo­nä­se wegen des ä.

    Im Zwei­fel kann man nun dem GPT Fro­ben sei­nen Text vor­le­gen. Die KI ist beauf­tragt, sich streng an das Regel­werk zu hal­ten. In der Pra­xis ergänzt sie aller­dings schon mal abwei­chen­de Schreib­wei­sen aus dem Duden, die offen­sicht­lich als Welt­wis­sen bei ChatGPT nicht ganz aus­schalt­bar sind. Eine hun­dert­pro­zen­ti­ge Genau­ig­keit beherrscht, war­um auch immer, die KI nicht.

    Recht­schreib­rat Fro­ben (GPT bei ChatGPT)